SPIEGEL+-Zugang wird gerade auf einem anderen Gerät genutzt. Indem er darauf bestand, eine Szene aus "The Shining" mit Shelley Duval 127-mal zu drehen, bis der mit dem Ergebnis zufrieden war, schaffte er es sogar ins "Guinness Buch der Rekorde". Dass ausgerechnet Kubricks Werk solche Spekulationen auslöst, ist kein Zufall. Rodney Aschers wunderbarer Dokumentarfilm "Room 237" führt uns genau zu diesen Fragen - und weit darüber hinaus. Wenige Regisseure könnten sich für eine solche Untersuchung besser eignen als Kubrick. Andere Theorien beleuchten deutliche Referenzen zum Holocaust, mit dem der Regisseur sich vorher eingehend beschäftigt hat. Der Regisseur galt als detailbesessen und ließ bei der Inszenierung seiner Filme keine Kompromisse zu. Die Arbeit über fünf besessene "The Shining"-Fans, die in Kubricks Meilenstein des Horrorfilms wahlweise eine Allegorie auf den Genozid an den Indianern oder eine Auseinandersetzung mit dem Holocaust sehen, hat eigentlich das Wesen der filmischen Erfahrung zum Thema. Aber ging Kubricks Besessenheit soweit, dass er Backpulverdosen, die in "The Shining" im Hintergrund zu sehen sind, auswählte, weil die Indianerköpfe zeigten, der Markenname übersetzt Friedenspfeife hieß und er mit dem Film auf den Genozid an den nordamerikanischen Ureinwohnern aufmerksam machen wollte? Wie sie unsere Sehnsucht nach Parallelwelten jenseits unseres banalen Alltags bedienen. Oder etwa eine Abhandlung Kubricks mit der vermeintlichen Bildfälschung der Apollo-Mondlandung, bei der er laut Verschwörungstheoretikern beteiligt gewesen sein soll. Wie beeinflussen sie das, was wir vom Geschehen auf der Leinwand mitnehmen? He brings along his meek but supportive wife Wendy (Shelley Duvall) and young son Danny (Danny Lloyd), as the wintry conditions will leave them alone and isolated for months. Die Apollo-Rakete auf Dannys Pullover, das Teppichmuster, das der Apollo-Startrampe verblüffend ähnlich sieht und dann plötzlich um 180 Grad gedreht zu sein scheint? Und genau diesen Sinn versucht Room 237 zu entschlüsseln und präsentiert dabei Theorien gewaltigen Ausmaßes: So deutet etwa eine Backpulverdose darauf hin, dass Kubrick den Genozid an den Native Americans in The Shining thematisiert, der trotz seiner Verdrängung an die Oberfläche des Bewusstseins drängen will. Aber was ist mit den Verweisen auf die Raumfahrt? Die Kinodoku "Room 237" versammelt einige der irrsten Theorien zum Horrorklassiker und ist doch gleichzeitig sehr viel mehr als eine Anhäufung versponnender Filmauslegungen. Und nicht zuletzt machen die Interviews klar, wie erhebend das Gefühl sein muss, vom Glauben ergriffen zu werden, als erster eine Täuschung durchschaut und einen Code geknackt zu haben. Like, comment, subscribe! Alles Hinweise darauf, dass Kubrick mitgeholfen hat, die Mondlandung zu inszenieren, und sich jetzt mit "The Shining" verklausuliert für den Betrug entschuldigt, oder? Und genau diesen Sinn versucht Room 237 zu entschlüsseln und präsentiert dabei Theorien gewaltigen Ausmaßes: So deutet etwa eine Backpulverdose darauf hin, dass Kubrick den Genozid an den Native Americans in The Shining thematisiert, der trotz seiner Verdrängung an die Oberfläche des Bewusstseins drängen will. Immer aus ihrer Deutungsperspektive. So sind wir letztlich auf das Wort der Interviewten zurückgeworfen - und natürlich die Filmbilder selbst. Kein Detail ist willkürlich platziert, sondern erfüllt seinen Sinn.